Amazon Gebühren 2026: Was Verkäufer wirklich zahlen – und wie du es selbst rechnest
Als Verkäufer auf Amazon.de zahlst du bis zu fünf Kostenblöcke: die Grundgebühr (Tarif „Professionell“ 39 € zzgl. USt. pro Monat oder 0,99 € pro Verkauf im Tarif „Einzelanbieter“), eine prozentuale Verkaufsgebühr je Kategorie, bei FBA die Versand- und Lagergebühren, Werbekosten und optionale Programme wie Vine. Entscheidend ist nicht die einzelne Gebühr, sondern was pro Einheit nach allen Kosten übrig bleibt.
Die Amazon-Gebühren im Überblick
Amazon rechnet nicht mit einer einzigen Provision ab, sondern mit mehreren Bausteinen. Manche fallen immer an, andere nur, wenn du bestimmte Services nutzt. Wer nur auf die Verkaufsgebühr schaut, unterschätzt die echten Kosten regelmäßig.
- Grundgebühr: monatlicher Tarif oder Gebühr pro verkauftem Artikel
- Verkaufsgebühr: Prozentsatz vom Gesamtverkaufspreis, abhängig von der Kategorie
- FBA-Gebühren: Versandgebühr pro Einheit, monatliche Lagergebühr, Zuschläge für Altbestand, Rücksende- und Entsorgungsgebühren
- Werbung: Klickkosten für Sponsored Products, Sponsored Brands und Display
- Programme und Extras: zum Beispiel Amazon Vine, Aktionen wie Blitzangebote, Versand in andere EU-Länder
Grundgebühr: Professionell oder Einzelanbieter?
Im Tarif „Einzelanbieter“ zahlst du keine Monatsgebühr, aber 0,99 € pro verkauftem Artikel. Der Tarif „Professionell“ kostet 39 € zzgl. USt. im Monat, unabhängig von der Stückzahl. Rein rechnerisch ist „Professionell“ ab etwa 40 Verkäufen im Monat günstiger.
Für Marken und Hersteller ist die Frage meist schon vorher beantwortet: Werbeanzeigen, die Buy Box im großen Stil, Markentools wie A+ Content und Programme wie Vine setzen den Tarif „Professionell“ voraus.
Verkaufsgebühr: Prozent vom Gesamtpreis – je nach Kategorie
Die Verkaufsgebühr ist der größte Fixposten. Sie wird als Prozentsatz vom Gesamtverkaufspreis berechnet, also inklusive Umsatzsteuer und eventueller Versandkosten. In den meisten Kategorien liegt sie zwischen 7 und 15 %, in vielen Kategorien gilt zusätzlich eine Mindestgebühr pro Artikel. Die aktuellen Sätze findest du in Seller Central unter den Verkaufsgebühren für Amazon.de.
Amazon hat die Sätze für günstige Artikel zuletzt in mehreren Kategorien gesenkt. Laut Amazon-Ankündigung (berichtet vom Händlerbund) gilt seit 15. Dezember 2025 bei Bekleidung: bis 15 € Verkaufspreis 5 % statt 8 %, von 15 bis 20 € 10 % statt 15 %. Seit 1. Februar 2026 gelten unter anderem für Heimbedarf bis 20 € 8 % statt 15 %, für Haustierbedarf bis 10 € 5 % statt 15 % und für Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel bis 10 € 5 % statt 8 %.
Wichtig dabei: Bei gestaffelten Sätzen gilt der Prozentsatz auf den gesamten Preis. Ein Shirt für 14,99 € kostet bei 5 % rund 0,75 € Verkaufsgebühr. Hebst du den Preis auf 15,49 € an, fallen bei 10 % rund 1,55 € an – du verdienst trotz höherem Preis weniger. Preisschwellen solltest du deshalb immer gegenrechnen.
FBA-Gebühren: Versand, Lager und Zuschläge
Mit „Versand durch Amazon“ (FBA) lagert, verpackt und versendet Amazon deine Ware. Dafür zahlst du eine Versandgebühr pro Einheit, die sich nach Größenklasse und Gewicht richtet, und eine monatliche Lagergebühr nach belegtem Volumen. In den Monaten Oktober bis Dezember ist Lagerplatz deutlich teurer als im Rest des Jahres, und für Ware, die lange liegt, kommen Zuschläge für Altbestand dazu.
Zum Jahreswechsel 2025/26 hat Amazon die FBA-Versandgebühren in Deutschland im Schnitt um 32 Cent pro Paket gesenkt und das günstigere FBA-Programm für Niedrigpreisartikel ab Februar 2026 in den meisten Kategorien auf Artikel bis 20 € ausgeweitet. Gleichzeitig wurden Lager-, Rücksende- und Liquidationsgebühren angehoben. Wer viel Ware lagert oder hohe Retourenquoten hat, zahlt also unter Umständen insgesamt mehr.
Die genaue FBA-Gebühr für deinen Artikel zeigt dir der kostenlose Einnahmenrechner von Amazon. Schon wenige Millimeter oder Gramm entscheiden über die Größenklasse – eine kompaktere Verpackung ist oft der schnellste Spar-Hebel.
Weitere Kosten, die oft vergessen werden
Neben den Amazon-Gebühren entstehen Kosten, die in keiner Gebührentabelle stehen, aber deine Marge genauso treffen:
- Werbung: Ohne Sponsored Products ranken neue Produkte kaum. Rechne Werbekosten pro Einheit über den TACOS ein.
- Erstattungen: Bei einer Rückerstattung behält Amazon einen Teil der Verkaufsgebühr als Bearbeitungsgebühr ein.
- Amazon Vine: je nach Einheiten 0 €, 70 € oder 170 € pro Eltern-ASIN plus Warenwert – mehr dazu im Vine-Ratgeber.
- Pflichtregistrierungen: Verpackungslizenz (LUCID), je nach Produkt WEEE- oder Batterie-Registrierung.
- Steuern und Buchhaltung: Umsatzsteuer-Registrierungen bei Lagerung in anderen EU-Ländern, OSS-Meldungen, Steuerberatung.
Amazon Gebühren Rechner: So rechnest du deine Marge pro Einheit
Mit dieser Formel siehst du, was pro verkaufter Einheit wirklich bleibt:
Deckungsbeitrag = Nettopreis − Einkauf/Herstellung − Verkaufsgebühr − FBA-Versandgebühr − Lagerkosten pro Einheit − Retourenkosten pro Einheit − Werbekosten pro Einheit
Beispielrechnung mit angenommenen Werten: Verkaufspreis 29,90 € brutto, also 25,13 € netto bei 19 % USt. Verkaufsgebühr 15 % vom Bruttopreis = 4,49 €. FBA-Versandgebühr (Beispielwert) 3,50 €. Einkauf 7,00 €. Lager anteilig 0,20 €. Retouren anteilig 0,50 €. Werbung bei 10 % TACOS = 2,99 €. Ergebnis: 25,13 € − 18,68 € = 6,45 € Deckungsbeitrag pro Einheit, also rund 26 % vom Nettopreis.
Die tatsächliche FBA-Gebühr und Verkaufsgebühr deines Artikels holst du dir aus dem Einnahmenrechner bzw. der Gewinnanalyse in Seller Central. Alles andere – Einkauf, Retourenquote, TACOS – kennst nur du. Genau dort liegen meist die größten Hebel.
Schneller geht’s mit unserem kostenlosen Amazon Gebühren Rechner – Werte eintragen, Ergebnis sofort sehen.
8 Wege, Amazon-Gebühren zu senken
Die Gebührensätze selbst kannst du nicht verhandeln. Wie viel du am Ende zahlst, steuerst du aber sehr wohl:
- Den passenden Tarif wählen – unter rund 40 Verkäufen im Monat kann „Einzelanbieter“ günstiger sein.
- Preisschwellen prüfen, an denen die Verkaufsgebühr springt (z. B. 15 € und 20 € bei Bekleidung).
- Verpackung verkleinern, um in eine günstigere FBA-Größenklasse zu rutschen.
- Lagerbestand an der Abverkaufsgeschwindigkeit ausrichten, besonders vor dem teuren vierten Quartal.
- Altbestand rechtzeitig abverkaufen oder abziehen, bevor Zuschläge greifen.
- Retouren senken: klare Bilder, ehrliche Maßangaben und eine gute Listing-Optimierung verhindern Fehlkäufe.
- Werbung auf TACOS statt auf Umsatz steuern und unprofitable Keywords konsequent abschalten.
- Gebührenabrechnungen kontrollieren: Falsch vermessene Artikel sowie verlorene oder beschädigte Lagerware kannst du in Seller Central reklamieren.
Du willst wissen, wo bei dir Marge verloren geht?
Im kostenlosen Marketplace Health Check bekommst du in wenigen Minuten eine erste Einschätzung. Wenn du tiefer einsteigen willst, buch dir ein kostenloses Erstgespräch – wir schauen gemeinsam auf Gebühren, Werbung und Listings.
Häufige Fragen
Was kostet es, auf Amazon zu verkaufen?
Die Grundgebühr liegt bei 39 € zzgl. USt. im Monat (Tarif Professionell) oder 0,99 € pro verkauftem Artikel (Tarif Einzelanbieter). Dazu kommen die Verkaufsgebühr je Kategorie, bei FBA Versand- und Lagergebühren sowie Werbekosten. Was unterm Strich bleibt, hängt stark von Preis, Produktgröße und Werbebudget ab.
Wie hoch ist die Amazon Verkaufsgebühr?
In den meisten Kategorien zwischen 7 und 15 % des Gesamtverkaufspreises inklusive Umsatzsteuer. Für günstige Artikel gelten in einigen Kategorien seit Dezember 2025 bzw. Februar 2026 niedrigere Sätze, etwa 5 % bei Bekleidung bis 15 €. Die gültigen Sätze stehen in Seller Central.
Gibt es einen Amazon Gebühren Rechner?
Ja. Amazon stellt einen kostenlosen Einnahmenrechner bereit, in Seller Central gibt es zusätzlich eine Gewinnanalyse. Für die volle Marge musst du aber eigene Kosten wie Einkauf, Retouren und Werbung ergänzen – die Formel dafür steht oben in diesem Ratgeber.
Kann man Amazon Gebühren zurückfordern?
Bei Fehlern ja. Typische Fälle sind falsch vermessene oder gewogene Artikel, durch die eine zu hohe FBA-Größenklasse berechnet wird, sowie Ware, die im Amazon-Lager verloren gegangen oder beschädigt worden ist. Solche Fälle meldest du über den Support in Seller Central; achte dabei auf die von Amazon vorgegebenen Fristen.
Lohnt sich FBA trotz der Gebühren?
Oft ja, vor allem bei kleinen, schnell drehenden Produkten: Prime-Kennzeichnung und Amazon-Versand verbessern meist Sichtbarkeit und Conversion. Bei sperrigen oder langsam drehenden Artikeln ist Eigenversand häufig günstiger. Rechne es pro Artikel durch, statt pauschal zu entscheiden.